Barbara Beßlich: Dämonendusel und Erzählprobleme – Dr. Serenus Zeitblom in Thomas Manns Roman DOKTOR FAUSTUS

Prof. Dr. Barbara Beßlich analysiert die Erzählprobleme und die Rolle von Dr. Serenus Zeitblom in Thomas Manns DOKTOR FAUSTUS – ein Vortrag über Dämonisches, politische Deutungen und literarische Technik.

Ort

Universität Freiburg (HS 1010)
Platz der Universität 3
79098 Freiburg im Breisgau

Datum

Mittwoch, 16. Juli 2025
20:00 Uhr

Typ
Vortrag
Sprache
De
Veranstalter

Studium generale, Universität Freiburg

Barrierefreiheit
Accessible

Thomas Manns Roman Doktor Faustus schildert Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde. Dieser Freund ist der Latein- und Geschichtslehrer Dr. Serenus Zeitblom, der vermutet, dass Leverkühn einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sei, der ihm erst 24 Jahre genialische Schaffenskraft vermittelt und ihn dann in Krankheit und Tod zu sich geholt habe. Aber ist das wirklich so? Was ist in der erzählten Welt der Fall und was ist bloße Deutung Zeitbloms, der die Musikerbiographie immer wieder mit den politischen Zeitläuften in Deutschland parallelisiert? Der Vortrag stellt die Erzählverfahren des Romans in den Mittelpunkt, beleuchtet Zeitbloms politische Haltung und problematisiert den Realitätsstatus des Teuflischen in der erzählten Welt. Es wird diskutiert, ob Zeitblom eine Biographie oder einen Roman schreibt, und gefragt, in welchem Verhältnis die literarische Leitmotivik zum unzuverlässigen Erzählen steht. Wie Zeitblom Leverkühns Kompositionen politisiert zu konservativ-revolutionärer Weltanschauungsmusik, interessiert dabei besonders.

Veranstaltet im Rahmen der öffentlichen Ringvorlesung Thomas Mann – Stationen seines Werkes, organisiert vom Studium Generale der Universität Freiburg.

Bildnachweis

Nobel Foundation, via wikicommmons

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